E-Rezept

Frau mit Smartphone zeigt Ärztin ePA - Fotohinweis: © RossHelen iStock.com

Im September 2022 startet nach einer bundesweiten Testphase die intensivierte Einführung des E-Rezeptes in der Region Westfalen-Lippe. Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen und Fragen erhalten Sie auf dieser Informationsseite.

Elektronische Verordnung

Das E-Rezept ist die elektronische Verordnung von Arzneimitteln. Das bisherige rosa (Muster-16-)Rezept wird durch dieses ersetzt. Seit dem 1.1.2022 findet bereits eine bundesweite Testphase statt. Ab dem September 2022 erfolgt dann ein stufenweiser Rollout, zunächst bevorzugt in der Region Westfalen-Lippe. Dieser wird mit festgelegten Qualitätskriterien eng begleitet. Nach einem erfolgreichen Start werden frühestens zum Dezember 2022 weitere sechs Regionen mit der flächendeckenden Einführung des E-Rezeptes beginnen. Die verbliebenden Regionen folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Unabhängig dieses Stufenplans können Ärzte bundesweit aber schon heute E-Rezepte ausstellen, sofern sie dazu technisch in der Lage sind.

Ausstellung des E-Rezeptes

Alle Ärzte können E-Rezepte ausstellen. Neben dem Rezept kann auch das alte rosa Papierrezept weiterhin ausgestellt werden, wenn die technischen Voraussetzungen in der Arztpraxis oder im Krankenhaus noch nicht gegeben sind oder die Dienste der Telematikinfrastruktur temporär nicht erreichbar sind (z.B. beim Hausbesuch).

Der behandelnde Arzt erstellt das E-Rezept in der Praxis und unterschreibt es digital (elektronische Signatur). Anschließend wird es auf einem Server des zentralen Gesundheitsnetzes sicher gespeichert. Der Patient kann durch diverse Apps (z.B. E-Rezept-App der gematik) auf das Rezept mittels eines in der Praxis erzeugten QR-Codes zugreifen und es verwalten.

Mit der App besteht die Möglichkeit, den QR-Code zur Einlösung in die Apotheke zu versenden oder direkt dort vorzulegen. Im Gegensatz zum bisherigen Rezept gilt, dass bei der Verschreibung von mehreren Medikamenten jedes einzeln, ggf. auch in verschiedenen Apotheken, einlöst werden kann.

Verordnung mittels E-Rezept

Auf dem E-Rezept dürfen Arzneimittel für gesetzlich Versicherte verordnet werden, sowohl apothekenpflichtige als auch rezeptpflichtige Arzneimittel. Ausnahmen bestehen derzeit für Betäubungsmittel und T-Rezepte. Diese werden weiterhin auf den entsprechenden Papierrezepten verordnet und abgerechnet.

Zukünftig werden auch die Verordnung von Hilfsmitteln, Verbandsmitteln, Medizinprodukten und digitalen Gesundheitsanwendungen in den nächsten Jahren schrittweise ermöglicht.

Nutzung des E-Rezeptes

Für die Verwaltung des E-Rezeptes stehen verschiedene Apps zur Verfügung. Die E-Rezept App von der gematik ist u.a. derzeit schon verfügbar. Zukünftig werden weitere Apps von Drittanbietern die Nutzung des E-Rezeptes ebenfalls ermöglichen.

Um die vollständigen Funktionen nutzen zu können, benötigen Sie entweder die elektronische Patientenakte (ePA) oder ein NFC-fähiges Mobilgerät mit einer entsprechenden Gesundheitskarte und einer separaten PIN.

Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit von NFC-fähigen Gesundheitskarten (Ursache: weltweite Knappheit von Halbleitern bzw. Chips) empfiehlt die IKK - Die Innovationskasse die Nutzung der E-Rezept-App über die ePA-Registrierung. Dies bedeutet aber nicht, dass Sie auch die ePA-Akte ungewollt aktivieren müssen.

Für die ePA-Registrierung können Sie sich mit Ihrer aktuellen Gesundheitskarte bei der Deutschen Post AG per PostIdent oder der eID identifizieren und registrieren. Eine Alternative zur Deutschen Post AG ist der Aktivierungscode, den Ihnen die IKK - Die Innovationskasse nach Identifizierung persönlich aushändigt.

Um die E-Rezept-App in Kombination mit der Registrierung über die ePA starten zu können, brauchen Sie nur auf die Verlinkung unter dem Anmeldebutton „Los geht’s“ in der E-Rezept-App klicken. Folgen Sie dann bitte den Anweisungen in der E-Rezept-App:

  1. Geben Sie die IKK - Die Innovationskasse über das Suchfeld ein.
  2. Drücken Sie dann auf die IKK - Die Innovationskasse.
  3. Melden Sie sich in Ihrer ePA an oder registrieren Sie sich in der ePA.
  4. Wählen Sie Ihre Patientenakte aus.
  5. Sie werden in die E-Rezept-App zurückgeführt

Nutzung ohne eGK

Der vom Arzt erstellte QR-Code kann über die Kamerafunktion des Smartphones aufgenommen und in der E-Rezept App zur Vorlage in der Apotheke gespeichert werden.

Ohne Smartphone nutzen

Versicherte, die nicht über ein Smartphone verfügen oder dieses nicht nutzen möchten, erhalten in der Arztpraxis einen Ausdruck des E-Rezeptes auf Papier, das den QR-Code enthält.

Mit diesem E-Rezept ist dann die gewohnte Beschaffung in der Apotheke möglich. Der QR-Code auf dem Papier kann von der Apotheke gescannt werden und somit ist für die Apotheke ein Zugriff auf das zentral gespeicherte E-Rezept des Versicherten möglich. Der papiergebundene Code dient nicht als Abrechnungsbeleg. Es muss darauf geachtet werden, dass der Ausdruck möglichst unversehrt in der Apotheke vorgelegt wird, damit eine Auslesung ohne Probleme möglich ist (keine Nässe, Schmutz, Knicke).

Ausnahmsweise können Sie auch Ihre Arztpraxis bitten, sofern die Apotheke an das KIM-System angebunden ist, den E-Rezept-Code direkt in die von Ihnen gewählte Apotheke zu senden. Dort holen Sie dann Ihre Medikamente ab.

Einlösung des E-Rezeptes

Das E-Rezept kann grundsätzlich in jeder Apotheke eingelöst werden, die technisch dazu schon in der Lage ist. Neben den Ärzten besteht auch hier eine verpflichtende Teilnahme.

E-Rezepte für die Familie

Wenn der Versicherte den jeweiligen Ausdruck des QR-Codes hat, kann man diesen wie bisher auch für andere Familienmitglieder in der Apotheke einlösen. In der E-Rezept-App der gematik steht ebenfalls eine Familienfunktion zur Verfügung. Mit dieser können Versicherte in der eigenen E-Rezept-App die Rezeptcodes für Angehörige (Kinder, Eltern) oder Bekannten, auf deren ausdrücklichen Wunsch hin, aufrufen und in der Apotheke einlösen.

Kostenfreie Nutzung

Die Erstellung und Nutzung des E-Rezeptes sind ebenso wie die bisherigen rosa Muster-16-Rezepte kostenfrei.

Bei der Anwendung der E-Rezept-App der gematik fallen derzeit ebenfalls keine Kosten für die App selbst an.

Die Nutzung des E-Rezeptes kann auch mit Apps von jeweiligen Drittanbietern erfolgen. Zusätzliche Funktionen können hier ggf. mit Kosten verbunden sein.

Eigenanteil

Der Eigenanteil (Zuzahlung und ggf. Mehrkosten) der Arzneimittel bleibt unabhängig von der Verordnung mittels E-Rezeptes oder rosa (Muster-16-)Rezeptes unberührt und fällt in der Apotheke wie bisher an.

Gültigkeit nach Ausstellung

Das E-Rezept ist ebenso wie die das (Muster-16-)Rezept 28 Tage gültig.

Datenschutz und Datensicherheit

Das E-Rezept wird innerhalb des gesicherten Gesundheitsnetzwerkes der Telematikinfrastruktur zentral verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert. Nur Versicherte, die den individuellen Rezept-QR Code haben, können das E-Rezept von den Servern abrufen und entschlüsseln. Den E-Rezept-Code erhält der Versicherte vom Arzt auf das Smartphone durch die Nutzung der E-Rezept-App oder papiergebunden als Ausdruck. Durch die Weitergabe des QR-Codes kann die Apotheke auf das E-Rezept zugreifen. Der Datenaustausch erfolgt dabei verschlüsselt und mit systemgeprüften Programmen.

Weitere Informationen

Fotohinweis: © RossHelen iStock.com (Frau mit Smartphone zeigt Ärztin ePA), © Kassenärztliche Bundesvereinigung KdöR www.kbv.de/html/erezept.php (Muster E-Rezept Papierform)

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Nutzungshinweise

Nikk ist der neue Chatbot der IKK, er beantwortet Ihre Fragen und steht Ihnen täglich 24 Stunden zur Verfügung. Der Chatbot befindet sich noch in einer Testphase und ist stetig in Entwicklung. Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn noch nicht alles funktioniert. Die Antworten sind daher nicht rechtsverbindlich, sie dienen lediglich der ersten Information. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung der IKK - Die Innovationskasse.

Bitte beachte auch unsere Hinweise zum Datenschutz.


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