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Kräuter

Tomate-Mozzarella-Salat - Fotohinweis: © Holger Martens Fotografie & Bildkunst, Rostock

Fürs gesunde Essen und zum Heilen

Wenn im Frühling die ersten grünen Blätter im Wald und an den Wegesrändern sprießen, sind sie alle wieder mit dabei - unsere heimischen Wild- und Heilkräuter. Einige kennen Sie, andere nicht. Wir wollen Ihnen hier eine kurze Übersicht geben, welche Kräuter Sie für welche Zwecke verwenden können. Denn sie bringen nicht nur für die Küche ihren besonderen Geschmack mit, sondern sie besitzen auch lindernde oder sogar heilende Wirkung für die kleinen Alltagsblessuren.

Welche Inhaltsstoffe wirken

Wir setzen Kräuter in der Küche und zum Heilen hauptsächlich wegen ihres für uns angenehmen Geruchs und Geschmacks ein. Die Natur hat sich dabei etwas gedacht: Was nicht gut riecht oder schmeckt, muss ungesund sein, wird also auch nicht verzehrt. Dagegen spricht allerdings, dass wir im Laufe der Generationen gelernt haben, dass auch Nahrungsmittel, die im ersten Moment nicht gut schmecken, trotzdem gut tun. So werden häufig bitter schmeckende Kräuter zur Verdauungsförderung eingesetzt. Deren Bitterkeit sorgt übrigens auch dafür, dass nach ihrer Einnahme zunächst eine Weile lang nichts gegessen werden kann und damit das Verdauungssystem in Ruhe seiner Arbeit nachgehen kann.

Die wertvollen Inhaltsstoffe der Kräuter sind zum einen Vitamine und Mineralstoffe, zum anderen ätherische Öle und Enzyme, die in unserem Körper ihre Wirkung entfalten können: Sie locken z.B. Verdauungssäfte, sie wirken entspannend auf die Muskulatur oder sie wirken wärmend oder kühlend. Einzelne Kräuter und ihre Inhaltsstoffe stellen wir Ihnen im Folgenden vor, viele weitere finden Sie in den Webseiten, für die wir am Ende des Textes Linktipps zusammengestellt haben. Außerdem finden Sie ein paar Buchtipps, denn mit einem Buch kann man auch in den Garten, in den Wald oder auf den Markt gehen, um sich die richtigen Kräuter zu beschaffen.

Kräuter in der Küche

Für den besonderen Frische-Kick sorgen Kräuter z.B. in Suppen, Soßen und Salaten. Wenn es im Winter kaum frische Kräuter auf dem Markt gibt, können Sie auch zu tiefgefrorener Ware greifen. Sie wurde zum optimalen Zeitpunkt geerntet und innerhalb kürzester Zeit eingefroren. So bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe zum größten Teil erhalten. Viele Kräuter werden inzwischen auch in Töpfchen angeboten: Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Kräuter keine gelben Stängel oder Blätter haben und insgesamt einen kräftigen Eindruck machen. Die Frischeprobe machen Sie, indem Sie bei Topfkräutern oder auch bei Kräutern, die es als Bundware im Angebot gibt, ein Blättchen zwischen den Fingern reiben. Der charakteristische Kräuterduft muss dabei entstehen. Frische Kräuter verwenden Sie am besten sofort. Falls das nicht möglich ist, können Sie die Kräuter auch ganz fein hacken und in Eiswürfelbehältern mit ein wenig Wasser einfrieren. Dann haben Sie immer die richtige Portionsgröße für die Verfeinerung Ihres Salatdressings parat.

Was passt wozu? In den Rezepten werden normalerweise mehrere Kräuteroptionen angegeben, alles richtig macht man z.B. mit folgenden Kombinationen:

  • zu Fleisch passen eher kräftige Kräuter wie beispielsweise Basilikum, Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei und Knoblauch
  • zu Fisch passen beispielsweise gut Dill, Petersilie und Kerbel
  • zu Gemüsegerichten verwendet man beispielsweise Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Liebstöckel, Majoran und Knoblauch
  • in Desserts passen Pfefferminze, Salbei, Lavendel oder Waldmeister

Ihrer Kreativität sind bei der Verwendung von Kräutern keine Grenzen gesetzt - nur Ihr individueller Geschmack zählt beim Würzen. Bitte beachten Sie jedoch, dass die meisten Kräuter recht empfindlich auf Hitze reagieren. Geben Sie sie deswegen (bis auf einige wenige wie Liebstöckel) erst zum Ende der Garzeit zum Gericht.

Kräuter zum Lindern oder Heilen

Hier geben wir Ihnen einige Beispiele für einige Anwendungen im Alltag, wie sie in jeder Familie vorkommen können:

  • Blähungen
    Für viele Menschen sind manche ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Kohl, Erbsen oder Bohnen nicht so leicht bekömmlich - sie bekommen Blähungen und fühlen sich wie aufgeblasen. Dagegen hilft, beim Kochen dieser Nahrungsmittel einen Teebeutel Kümmel mit ins Gericht zu geben und kurz vor dem Servieren wieder zu entfernen. Kümmel hat eine entkrampfende Wirkung und sorgt dafür, dass die Blähungen schnell wieder verschwinden.
  • Spannungskopfschmerzen
    Häufig treten Kopfschmerzen als Spannungskopfschmerzen auf: Man hat sich sehr lange konzentriert, sich wenig bewegt und zu wenig getrunken. Soforthilfe leistet dann die Kombination aus einem großen Glas Wasser oder Tee, einem flotten Spaziergang an frischer Luft und einem Tropfen Pfefferminzöl, der auf der Stirn über der Nase verrieben wird.
  • Prüfungsanspannung - speziell für Schulkinder 
    Die Angst vor dem Versagen bei Klassenarbeiten und das Lampenfieber vor Präsentationen kennen schon die Kleinen. Dann können sie nicht einschlafen und sind am Morgen erst recht unkonzentriert. In diesem Fall hilft ein Tropfen Melissenöl auf ein Taschentuch auf dem Nachtschränkchen. Das Öl riecht frisch und angenehm und hilft beim Entspannen.
  • Beginnende Erkältung 
    Wenn sich eine Erkältung mit Abgeschlagenheit, kratzigem Hals und verstopfter Nase ankündigt, dann hilft ein Tee aus Holunderblüten. Außerdem hilft ein Bad mit dem Sud von Schafgarbe. Viel Trinken und Schlaf (mehr als üblich) sind bei einer beginnenden Erkältung die Mittel der Wahl - der Körper kann sich dann ganz auf die Immunabwehr konzentrieren und erholt sich umso schneller. 

Zubereitung von Abkochungen und Auszügen

Die meisten Kräuter werden in Form von Tee getrunken. Um einen Tee zuzubereiten, werden ein bis zwei Teelöffel der Kräuter oder Kräutermischung mit kochendem Wasser übergossen und dann je nach Sorte und gewünschter Stärke zwei bis 15 Minuten abgedeckt stehen gelassen. Danach wird der Sud durch ein Sieb gegeben und der Tee kann heiß in kleinen Schlucken getrunken werden. Nach Bedarf und Geschmack kann mit Honig etwas gesüßt werden. Eine praktische Hilfe sind Portionsteesiebe, in denen die Kräuter in einer Drahtkugel eingeschlossen werden.

Wenn man härtere Kräuterbestandteile, z.B. Stängelchen, mit verwendet, kann man sie auch abkochen. Dazu werden die Kräuter zunächst mit kaltem Wasser übergossen, dann aufgekocht und einige Zeit ziehen gelassen. Danach wie oben abgießen und in kleinen Schlucken genießen.

Bei sehr empfindlichen Pflanzenteilen, wie Blüten, kann man auch einen Kaltauszug herstellen. Dafür werden die Kräuter mit kaltem Wasser übergossen und mehrere Stunden, evtl. über Nacht, ziehen gelassen. Nach dem Absieben wird die Flüssigkeit noch kurz auf Trinktemperatur erwärmt.

Eine bis drei Tassen Kräutertee pro Tag werden als geeignete Menge für Erwachsene empfohlen. Speziell für Erkältungskrankheiten oder Muskelverspannungen bietet sich auch ein Kräuterbad an. Dazu wird zunächst ein Kräutertee hergestellt (siehe oben). Dieser Tee wird dann im Verhältnis 1:50 bis 1:10 (also ein Liter Tee auf 10 Liter oder mehr Badewasser) in die Wanne gegeben. Die Badetemperatur sollte allerdings nicht über 39 Grad liegen, denn sonst wird das Baden zu anstrengend und die wohltuenden Bestandteile der Kräuter können ihre Wirkung nicht entfalten.

Fotohinweis: © Holger Martens Fotografie & Bildkunst, Rostock

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