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Hustle Culture

Ein toxischer Trend in der Arbeitswelt

Junge Arbeitnehmerin am vollem Schreibtisch - Fotohinweis: © itchanz.gmail.com PantherMedia.net

Immer mehr, immer besser: Viele Jugendliche lassen sich durch die digitalen Medien für Hustle Culture begeistern.

Um 4 Uhr aufstehen, einen schwarzen Kaffee und einen grünen Saft trinken und sich an einem Schreibtisch mit mehreren Bildschirmen für aufeinanderfolgende Telefongespräche und Online-Sitzungen einfinden: Wer braucht schon Schlaf, wenn er Milliarden Euro verdienen will?

Immer mehr Geld, immer bessere Positionen im Unternehmen, immer bessere Abschlüsse und Titel: Das Narrativ der Hustle Culture fördert die Vorstellung, immer weiter voranzustreben. Das krasse Leistungsprinzip verspricht, dass jeder Mensch alles werden und erreichen kann - solange er nur genügend arbeitet, jeden Tag alles gibt. Die Denkweise ist eng mit den Technologie-Start-ups im Silicon Valley verbunden. In den sozialen Medien lebt sie fort. Sich Aufopfern für die eigene Karriere, das liegt dort im Trend.

Von Tony Robbins bis Elon Musk

Auf TikTok und Instagram zeigen viele Menschen, wie sie erfolgreich wurden, Macht und Ansehen gewonnen haben. Zu ihnen gehören Geschäftsleute, die ihren Erfolg ihrem Fleiß zu verdanken haben, Instagram-Influencer und Motivationsredner wie Tony Robbins oder Elon Musk, der CEO von Tesla, der behauptet, dass der Lebensstil der Hustle Culture ihn zum Milliardär gemacht hat. Er sagte einmal: "Niemand hat die Welt mit 40 Stunden pro Woche verändert."

Der Begriff Hustle Culture leitet sich aus dem Song "Hustlin" des Rappers Rick Ross ab, in dem es um Streben nach Geld und Macht geht. Laut dem Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik definiert der österreichische Psychologe Werner Stangl Hustle Culture als einen "Lebensstil, bei dem jemand ständig arbeitet und sich nur für kurze Zeit ausruht. Der Begriff bezieht sich auf die Mentalität, dass man jeden Tag den ganzen Tag arbeiten muss, um seine beruflichen Ziele zu erreichen. Die Betroffenen, die diese Kultur betreiben, sind der Meinung, dass sie nur auf diese Weise erfolgreich werden. Menschen mit dieser Kultur werden oft als Workaholics bezeichnet. Nach Ansicht mancher ist dies der beste Weg, schnellste und vielleicht sogar einzige Weg, um es im Leben zu schaffen."

In Wahrheit sind die Möglichkeiten verschieden

Aber: Das gilt nicht für alle Menschen. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder über die gleichen Möglichkeiten und Ressourcen verfügt, um seinen Weg zum Erfolg zu finden. Nicht jeder hat den gleichen Zugang zu Ressourcen oder Möglichkeiten, seine Ziele zu verfolgen. Oft genug hängt Erfolg davon ab, welche Hautfarbe, welchen sozialen Status oder welches Geschlecht man hat. Außerdem fördert diese Vorstellung übermäßiges Konkurrenzdenken.

Aber vor allem ist Hustle Culture gefährlich für die Gesundheit. Zu den Folgen zählen totale Erschöpfung, Burn-out und sogar gesundheitsschädlicher Medikamentenmissbrauch, um die entsprechende Leistung zu erbringen. In einem Interview mit der New York Times führte Dr. Vivek Murthy, Leiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes der USA, bereits 2023 die psychischen Probleme junger Menschen teilweise auf Werte der "Hustle Culture" zurück. "Ich betrachte die psychische Gesundheit als den Treibstoff, der es uns ermöglicht, uns für unsere Gemeinschaften, unsere Freunde, unsere Familie und unser Leben einzusetzen", sagte der Mediziner.

Der einzig mögliche Lifestyle?

Dennoch kommen viele Menschen angesichts der Berichte über einzigartige berufliche Erfolge ins Grübeln. Ist ein Nine-to-five-Job nicht etwas für Looser? Ist es nicht besser, ich bilde mich nach meinem regulären Job weiter oder mache mit dem Nebenjob noch mehr Geld? Auch, um nebenbei mein eigenes "Business" aufzubauen. Bin ich vielleicht einfach faul?

Doch alles geben, ohne Rücksicht auf Verluste. Das sind besonders dann gefährliche Vorstellungen, wenn man noch nicht richtig weiß, wie die berufliche Zukunft aussieht, was man vom Leben will. Schnell kommt die Überzeugung auf, dass man es genauso machen muss und es gar keinen anderen Lifestyle gibt, der in Frage kommt.

Ausgleich ist wichtig

Dabei sollten Erfolg, Leistung, Spaß und Entspannung nicht im Widerspruch stehen. Im Gegenteil. Wer viel leistet, braucht einen Ausgleich: Spaß mit Freunden, Pausen beim Arbeiten, Urlaub, gesunde Ernährung und Sport. Aber auch richtig faule Tage. Die Mischung macht’s.

Sollten die Belastungen mal zu groß werden, ist die Innovationskasse ein guter Ansprechpartner: Versicherte können digitale oder analoge Kursangebote aus dem Bereich Prävention (z.B. Stressbewältigung) wählen und erhalten einen Zuschuss von 50 Euro (der Kurs muss zertifiziert sein, alle Kurse der ZPP sind zertifiziert).

Fotohinweis: © itchanz.gmail.com PantherMedia.net

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