Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Kontrastmodus umschalten

Zehnkampf digital für Handwerker mit Christian Schenk - Drei regionale Partner denken Betriebliche Gesundheitsförderung neu

Auswirkungen der Digitalisierung auf das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) und für die Arbeitssicherheit.

Kick-off-Veranstaltung am 19. Oktober 2017 in Rostock, Radisson Blu ⎜

Alle wollen es, doch keiner hat Zeit dafür: Betriebliche Gesundheitsförderung wird gerade in Kleinstbetrieben häufig vernachlässigt. Volle Auftragsbücher und hoher Termindruck sorgen insbesondere auch bei Handwerkern für zu wenig Prävention. Doch müssen in Zeiten der Digitalisierung auch Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und Arbeitsschutz neu überdacht werden. Mit dem Projekt GESUNA gehen die Kreishandwerkerschaft Rostock-Bad Doberan, die IKK Nord sowie VIRTUS, das Institut für Lehren- und Lernen, neue Wege in Richtung Nachwuchsgewinnung und Attraktivität des Handwerks. Der Rostocker Zehnkampf Olympiasieger Christian Schenk gibt heute um 16 Uhr vor rund 70 Teilnehmern den Startschuss für Handwerker und stellt mit dem digitalen Zehnkampf die Inhalte des Projekts vor.

"Das Handwerk in unserem Land ist vielfältig, modern, dabei bodenständig, breit aufgestellt und neuer Technik gegenüber aufgeschlossen. Immer mehr Firmeninhaber nutzen moderne Medien - Digitalisierung ist schon lange kein Fremdwort mehr", weiß Dr. Christoph Jaehne, Referatsleiter Gesundheitswirtschaft im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Gesundheitsplattform GESUNA sei ein intelligentes und ambitioniertes Gemeinschaftsprojekt, betont er bei der Auftaktveranstaltung im Rostocker Radisson Blu am Donnerstagnachmittag. „Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern, u.a. verantwortlich für die Wirtschaftszweige Handwerk, Gesundheitswirtschaft und Gesundheit, bringt sich gern in ein zukunftsorientiertes Projekt ein. Die Förderung dieser Aktivitäten erfolgt insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des damit einhergehenden Fachkräftemangels", ergänzt er. Und trifft damit auch aus Sicht der Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Rostock-Bad Doberan, Gabriela Glävke-Münkwitz, den Nagel auf den Kopf: "Neben den klassischen Aufgaben und Dienstleistungen einer Kreishandwerkerschaft - wie Rechtsberatung und Prüfungswesen - haben wir ganz bewusst nach neuen und attraktiven Angeboten für unsere Betriebe gesucht. Im Handwerk stehen die Themen Azubi-Suche und Fachkräftemangel ganz oben auf der Agenda. Dabei spielt zunehmend die Sorge um die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Rolle. Wie kann es gelingen, sie für das Thema zu begeistern, sie am Ball zu halten? Wie klappt die Ansprache? Junge Leute sind besonders technikaffin, die mittlere und ältere Belegschaft ist aber - so unsere Beobachtung - durchaus auch neuen Medien gegenüber aufgeschlossen. Daher wollten wir das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz mit digitalen Medien koppeln.

Ein weiterer Vorteil: Wir erhalten mit dieser Plattform Zugang in die Kleinstbetriebe im Land. Aus unserer Sicht muss Gesundheit nicht nur gelebt und erlebt, sondern auch nachhaltig in das Arbeitsleben integriert werden und praktikabel sein. All das bietet GESUNA auf unkomplizierte Art und Weise."

Ralf Hermes, Vorstand der IKK Nord, kann im Bereich betriebliche Gesundheit auf langjährige Erfahrung zurückblicken und bringt diese gern ein: „Digital gut durchdachte Angebote können das Thema Gesundheit in Klein- und Kleinstbetrieben verankern. Von einer Gesundheitsplattform wie GESUNA könnte das Handwerk in der Region und im ländlichen Raum profitieren. Mitarbeiter aus dem nicht-stationären Handwerk wie beispielsweise Dachdecker oder Bauarbeiter könnten ebenfalls schnell ins Bild gesetzt werden." Immer mehr Betriebe investierten in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter, „aber es gibt noch Luft nach oben", so Hermes. Schwierig werde es zudem für alle Beteiligten, Zugang in die Kleinstbetriebe des Handwerks zu bekommen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Thema Gesundheit Führungssache ist: Wenn Chef und Chefin überzeugt sind, klappt es mit einer Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF). Unser Ziel ist es, noch mehr Unternehmen zu sensibilisieren, zu begeistern und sie erfolgreich in gemeinsame Aktivitäten einzubeziehen", bringt es Ralf Hermes auf den Punkt. Daher habe man vor über einem Jahr zusammen mit der Kreishandwerkerschaft Rostock-Bad Doberan nach neuen Anreizen und Angeboten gesucht.

Und ist dabei auf einen dritten, regionalen Partner gestoßen, der eine weitere, für das Projekt wichtige Kompetenz mitbringen konnte: Die Digitalisierung von BGM. „Die zunehmende Digitalisierung unserer Umgebung macht auch nicht vor dem Arbeits- und Gesundheitsschutz halt. Klassische Gesundheitsangebote können durch digitale Varianten und online-Kurse hervorragend ergänzt und flankiert werden. Bei GESUNA sollen Mitarbeiter künftig örtlich und zeitlich flexibel Gesundheitsangebote abrufen und wahrnehmen können – nach Branchen sortiert, vorgefiltert und vom Fachmann erstellt – das ist unser Anspruch und entspricht auch den aktuellen Nutzungsgewohnheiten digitaler Medien in der heutigen Zeit", weiß die Geschäftsführerin von VIRTUS, Antje Heinitz. Das Institut für neue Lehr- und Lernmethoden mit Sitz in Warnemünde ist Spezialist für die Anfertigung passgenauer online-Angebote für unterschiedlichste Branchen und Firmen. Mit GESUNA ist nun eine Plattform entstanden, die nicht nur der zunehmenden Bedeutung digitaler Medien in der betrieblichen Weiterbildung Rechnung trägt, sondern auch den Benefit der Arbeitswelt 4.0 abschöpft. „GESUNA ist damit nicht nur zeitgemäß, sondern auch ein Plus für die Entwicklung von Medienkompetenz in Handwerksbetrieben allgemein", ist sich Antje Heinitz sicher.

Für Christian Schenk ist ein digitaler Zehnkampf eine ganz neue Erfahrung, doch gehören für ihn die Förderung von Achtsamkeit und Bewegung zu den zentralen Themen des Alltags: „Nur etwa 30 Prozent aller 35-50 Jährigen in Deutschland treiben Sport. Unser Ziel muss sein, die Wahrnehmung für den eigenen Körper zu schärfen und mehr Menschen für Bewegung zu motivieren", sagt der 52-Jährige Rostocker, der durch den Nachmittag führt. „Bewegung ist nicht nur das beste Mittel gegen Übergewicht, auch gegen Stress und Depression", weiß der auch heute noch leidenschaftliche Sportler, der seit Oktober 2017 wieder in Bergen auf Rügen lebt. Er ist u.a. Initiator der Kampagne „Erkenne Deine Stärken", ein neuartiges Berufsorientierungsprogramm für Jugendliche, in dem es speziell um nichtakademische Ausbildungs- und Handwerksberufe geht. Seit 2002 ist er Schirmherr für das „Bündnis gegen Depression" der Hansestadt Rostock. „Mit der Internet Plattform GESUNA erhält die betriebliche Gesundheitsförderung eine neue, digitale Dimension – das trifft genau den Nerv der Zeit", ist auch er sich sicher.

GESUNA bietet arbeitstaugliche, auf einzelne Gewerke zugeschnittene Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung. Zum Angebot, das überall und zu jeder Zeit flexibel online aufgerufen werden kann, gehören u.a. die 3 gesunden Minuten, ein Ernährungsquiz, der Futtercheck und kurzweilige Videos zum Thema Arbeitsschutz.

An zehn Stationen zeigt der Rostocker Olympiasieger im Zehnkampf, Christian Schenk, markante Probleme rund um Bewegung, Ernährung und Arbeitsschutz auf und stellt flexible, digitale Lösungen vor. Die Rostocker Friseurmeisterin Stefanie Ehrich demonstriert, wodurch es in ihrem Beruf zu ernsten gesundheitlichen Problemen kommt. Der ehemalige Sportakrobat und Tischlermeister Josef Brenner aus Klein Schwaß und Ernährungsberaterin Anke Geschke nehmen die Essgewohnheiten der Handwerker genauer unter die Lupe. Prof. Dr.-Ing. Bodo Urban vom Fraunhofer Institut Rostock wagt mit seinem Vortrag über Arbeitsschutz mit körpernaher Sensorik einen Blick in die Zukunft.

GESUNA - die Projektpartner

Die IKK Nord kümmert sich um über 230.000 Versicherte in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, hat ihren Sitz in Schwerin und richtet ihren Schwerpunkt aufs Handwerk. Für die IKK Nord ist die BGF ein Markenkern. Die Mitarbeiterinnen der Kasse sind seit über 15 Jahren mit einem wissenschaftlich fundierten Konzept unterwegs, das jederzeit an die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Betriebes angepasst werden kann. Aktuell machen über 100 Firmen mit.

Die Kreishandwerkerschaft Rostock- Bad Doberan ist die größte der neun Kreishandwerkerschaften im Land. Sie zählt 20 Innungen mit mehr als 800 Mitgliedern und vertritt im Rostock-Bad Doberan die insgesamt 3.500 Handwerksbetriebe mit rund 15.000 Beschäftigten. Insgesamt gibt es rund 65.000 Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern, davon rund 20.200 Handwerksbetriebe mit insgesamt 112.000 Beschäftigten. Das Handwerk und der gewerbliche Mittelstand stellen rund 90 Prozent aller Betriebe im Land. Finanzielle, technische und personelle Ressourcen sind jedoch oft nicht vorhanden, um Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und Arbeitsschutzmaßnahmen anzubieten. Maßnahmen müssen besser und einfacher erreichbar sein und in Zeiten der Digitalisierung auch digital angeboten werden.

VIRTUS Institut für neue Lehr- und Lernmethoden (Projektträger) verfügt über vielfältige Erfahrungen in der berufsbegleitenden Fortbildung und in der Durchführung von modularen Trainingsmaßnahmen. Dabei steht die aktive Förderung neuer Bildungswege im Mittelpunkt der Arbeit. Der Verein initiiert hierfür Projekte, die unterschiedlichen Zielgruppen Qualifikationen und Schlüsselkompetenzen liefern. Seit Beginn seiner Tätigkeit hat Virtus sich auf E-Learning und Blended-Learning Angebote spezialisiert und sowohl Inhalte als auch didaktische Konzepte zu deren Nutzung in den unterschiedlichen Lehr- und Lernszenarien entwickelt.

Bei Rückfragen und für mehr Informationen:
c/o VIRTUS Institut für neue Lehr- und Lernmethoden
Nadja Arp
Friedrich-Barnwitz-Str. 8, 18 119 Rostock-Warnemünde
Telefon: 0381 51964850
E-Mail: arp[at]virtus-mv.de

Presseinformation zum Download.

Zurück
X

Nutzungshinweise



Der Chatbot der IKK - Die Innovationskasse beantwortet Ihre Fragen rund um die Uhr. Das System basiert auf Künstlicher Intelligenz (KI) und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Bitte beachten Sie: Die KI-generierten Antworten dienen lediglich der ersten Orientierung, sind nicht rechtsverbindlich und stellen insbesondere keine Zusicherung dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung der IK.

Bitte geben Sie keine sensiblen persönlichen Daten im Chat ein und beachten Sie die Hinweise zum Datenschutz.


Hinweis gelesen und einverstanden.
Hinweis gelesen und einverstanden.