Keine Lust mehr
Warum junge Leute heute weniger rauchen
Die Pandemie hat uns allen gesundheitlich nicht gutgetan. Und zwar nicht nur im Hinblick auf das Infektionsrisiko: Es gibt mehr Depressionen, der Alkoholkonsum ist gestiegen, die Menschen haben zugenommen und es wird wieder mehr geraucht. Dauerhafte Unsicherheit, Existenzängste und Isolation haben bei vielen zu Dauerstress geführt und bei Stress greifen auch ehemalige Rauchende tendenziell schneller mal wieder zur Zigarette. Sehr wahrscheinlich gab es auch im Homeoffice und Homeschooling weniger soziale Kontrolle, sodass die Wege zur nächsten Möglichkeit zu rauchen einfach kürzer waren. Noch dazu sind viele Hilfsangebote und Therapien in den letzten Jahren ausgefallen, die dabei helfen, aufzuhören und nicht rückfällig zu werden, oder es war viel schwieriger daran teilzunehmen.
Junge Leute bleiben stabil
Während insgesamt wieder mehr Menschen rauchen, sind es ausgerechnet die Jugendlichen, die in den letzten Jahren voller Entbehrungen standhaft geblieben sind und nicht mehr rauchen als vor der Pandemie. Und schon vorher sind es kontinuierlich immer weniger geworden: In den letzten 15 Jahren hat sich der Anteil rauchender Jugendlicher um zwei Drittel verringert. Zwar steigt der Canabiskonsum der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zufolge und auch Shishas erfreuen sich schon lange einer großen Beliebtheit, doch die Zahl der zigarettenrauchenden Jugendlichen befindet sich heute ganz klar in einem historischen Tief.
Bewusst dagegen
Ob junge Menschen heute weniger rauchen, weil sie im Gegensatz zu älteren Generationen mit großflächigen Aufklärungskampagnen und Schockbildern auf Zigaretten- und Tabakverpackungen aufgewachsen sind, lässt sich nicht klar sagen. Doch feststeht, dass es den meisten jungen Menschen sehr bewusst ist, wie ungesund rauchen ist. Davon, dass Rauchen Lungenkrebs, Impotenz oder Herzinfarkte verursachen kann, hat wahrscheinlich jeder schon mal gehört. Auch haben wahrscheinlich immer mehr auf dem Schirm, dass Rauchen für unsere Freunde und Partner kein cooler Move ist, da durch Passivrauchen deren Risiko für Lungenkrebs und sehr wahrscheinlich auch für Brustkrebs bei jungen Frauen sowie Krebs der Nasenhöhle und der Nasennebenhöhlen steigt. Dazu kommt, dass sich junge Menschen heute deutlich mehr mit ihrer Umwelt beschäftigen. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) und des Bundesumweltministeriums (BMUV) zeigte, dass 85 Prozent der Befragten im Alter zwischen 14 und 22 Jahren Umwelt- und Klimaschutz wichtig ist.
Umweltschutz und Zigaretten
Du fragst dich, was Rauchen mit der Umwelt zu tun hat? Hier vier krasse Facts:
- Vier von fünf gerauchten Zigaretten in Deutschland landen in Seen, Wäldern oder Meeren. Zigarettenstummel enthalten neben Teer und Nikotin noch den hochgradig krebserregenden Stoff Arsen. Ein einziger Zigarettenstummel kann bis zu 60 Liter Grundwasser vergiften.
- Die deutsche Tabakindustrie stößt in etwa so viel CO2 wie Griechenland aus. Also einfach mal den CO2-Ausstoß eines ganzen Landes oben drauf.
- Rauchen fördert Kinderarbeit. Besonders schlimm: Die Kinder, die Tabak ernten, tragen keine Schutzkleidung und nehmen über ihre Haut am Tag eine Menge von Nikotin auf, die in etwa 50 Zigaretten entspricht. Also zweieinhalb Schachteln.
- Tabak kann nur in Monokulturen angebaut werden. Da Monokulturen extrem anfällig für Schädlinge sind, werden hier Pestizide eingesetzt. Diese sind allerdings so giftig, dass sie in der EU sogar verboten sind. Für den Anbau in Monokulturen wird außerdem jährlich eine Fläche an Wald gerodet, die mehr als doppelt so groß ist wie Berlin.
Rauchstopp
Dir ist die Lust vergangen? Wir unterstützen dich beim Aufhören. Über unseren Kooperationspartner NichtraucherHelden.de bieten wir dir eine optimale Unterstützung: Das Online-Programm bietet dir die Möglichkeit, dich von zuhause unter professioneller Anleitung auf den Rauchstopp vorzubereiten und erfolgreich aufzuhören.
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