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Allergien und Stillen

Fröhliches Kleinkind im Pusteblumenfeld - Fotohinweis: © luckyraccoon PantherMedia.net

Kann Stillen Allergien verhindern?

Je früher eine Toleranz gegen mögliche Allergene entwickelt wird, desto besser für das Kind. Stillen muss wie Fahrradfahren gelernt werden, Hilfe bei Problemen bieten Hebammen.

Kein Baby wird als Allergiker geboren. Eine Allergie ist eine überschießende Antwort des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe und wird erst nach mehrfachem Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen, sogenannten Allergenen, entwickelt. Wenn beispielsweise die Eltern Allergiker sind, liegt das Risiko für Kinder, selbst eine Allergie zu bekommen bei 30 bis 60 Prozent. Doch auch ohne ein familiäres Risiko entwickeln fünf bis 15 Prozent der Kinder eine Allergie, die Tendenz besonders in den Großstädten steigt aber an. Durch Stillen können Mütter in den ersten Monaten nach der Geburt aktiv dagegen steuern.

Das Expertenteam der Innovationskasse sagt: "Die beste Prävention von Anfang an ist das Stillen, denn die Muttermilch bietet hierbei viele Vorteile: Die Zusammensetzung ist immer den Bedürfnissen des Babys angepasst, ist zubereitet und richtig temperiert."

Nebenbei besitzt die Muttermilch viele aufbauende Stoffe für eine gesunde Darmflora und kann so helfen, die Auslösung von Allergien wie z.B. Neurodermitis, allergisches Asthma oder Nahrungsmittelallergien zu verzögern und sogar zu verhindern. Daher trägt das Stillen dazu bei, die Toleranzentwicklung gegen Allergene so früh wie möglich zu fördern.

Was löst eine Allergie aus?

Der Grundstein für die Allergieentstehung kann schon in den ersten Lebensmonaten gelegt werden. Neben genetischen Faktoren können beispielsweise eine Kaiserschnittgeburt, Antibiotikagaben oder eine Frühgeburt sowie schadstoffhaltige Luft Allergien fördern. Aber auch eine übertriebene Hygiene und die Benutzung von zu vielen Desinfektionsmitteln können Allergien auslösen. Rauchen sollte allgemein in Gegenwart des Babys vermieden werden, da hierdurch das Risiko von Atemwegserkrankungen und Allergien ansteigen kann.

Ernährung und Medikamente in der Stillzeit

Studien zeigen, dass ein geringeres Allergierisiko mit einer ausreichenden Besiedlung des kindlichen Darms durch Probiotika („guten Darmbakterien“) einhergeht. Die Muttermilch trägt entscheidend zu einer gesunden Darmflora bei und fördert die Entstehung eines funktionierenden Immunsystems.

Aus Expertensicht muss die Mutter, es sei denn, der Arzt rät ausdrücklich davon ab, auch auf keine potenziell allergieauslösenden Nahrungsmittel wie Fisch, Hühnereier, Kuhmilch oder Nüsse bewusst verzichten. Die Muttermilch enthält geringe Mengen der Nährstoffe aus den Nahrungsmitteln der Stillenden. Und gerade bei einer gesunden und vielseitigen Ernährung der Mutter lernt das Immunsystem des Babys mit zahlreichen, möglicherweise allergieauslösenden Stoffen umzugehen und diese zu tolerieren.

Die WHO empfiehlt, nach der Geburt mindestens vier bis sechs Monate zu stillen, ab dann kann langsam die Beikost eingeführt werden.

Viele Beipackzettel für Medikamente enthalten Hinweise zur Einnahme in der Schwangerschaft und der Stillzeit. Zwar treten fast alle Wirkstoffe von Medikamenten in die Muttermilch über, meist jedoch nur in so geringen Mengen, dass sie für das Baby nicht schädlich sind. Dennoch ist es ratsam, die Anwendung von Medikamenten in der Stillzeit mit dem Arzt zu besprechen.

Kein Stillen wie im Bilderbuch

Bei den wenigsten Müttern funktioniert das Stillen gleich von Anfang an. Oft kommt es hier zu Hindernissen, wie zu geringem Milchfluss oder Spannungen und Schmerzen in der Brust. Experten sagen, auch Stillen müsse wie beispielsweise Fahrradfahren gelernt werden. Ein erster Ansprechpartner für Stillprobleme kann die Hebamme sein. Hebammen führen Hausbesuche durch und betreuen junge Mütter und ihre Babys durch die ersten Wochen hindurch. Bei Stillproblem zeigen sie die richtigen Anlegetechniken und tragen zu einer erfolgreichen Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind bei. Die Kosten für die Hebammenbetreuung werden von der IK übernommen.

Sport nach sechs Wochen möglich

Neben der gesunden und ausgewogenen Ernährung der Mutter empfehlen Experten, auch in der Stillzeit maßvoll Sport zu betreiben. So kann damit ab sechs bis acht Wochen nach der Geburt begonnen werden. Die Innovationskasse finanziert beispielsweise die Rückbildungskurse, bei denen der langsame Muskelaufbau und die Stärkung des Beckenbodens im Vordergrund stehen. Anschließend sind leichte Sportarten wie Gymnastik, Walken oder Radfahren gut für die Stillzeit geeignet.

Durch das Stillen ist der Bedarf an Flüssigkeit und Mineralien erhöht, deswegen ist es wichtig, beim Sport zusätzlich auf eine ausreichende Menge an Flüssigkeit zu achten. Da Sport auch zu zweit Spaß macht, übernimmt die IK im Rahmen des Bonusprogramms auch die Kosten für das Babyschwimmen von bis zu 150 Euro.

Zur gesunden Entwicklung des Babys sollten die Eltern regelmäßig alle anstehenden U-Untersuchungen beim Kinderarzt wahrnehmen. Bei diesen sechs Terminen innerhalb der ersten 12 Monate wird das Baby eingehend untersucht. Hierbei können auch Probleme in Bezug auf Allergien angesprochen, früh erkannt und behandelt werden. IK-Versicherte können zudem einen Babybonus von 100 Euro für die Vorsorge und Impfungen erhalten.

#diagnosenorddeutsch: aktuelle Gesundheitsthemen

Im Rahmen von #diagnosenorddeutsch behandelt die IK Gesundheitsthemen, die für alle wichtig sind und geben Tipps, die im Alltag einfach umzusetzen sind.

 

Fotohinweis: © luckyraccoon PantherMedia.net

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